Tag der Richterinnen und Richter
Das MuTh – der Theatersaal der Wiener Sängerknaben in Wien – ist für seine hervorragende Akustik bekannt. Damit bot es den idealen Rahmen für den Tag der Richterinnen und Richter am 20. und 21. November 2025, an dem wir die Frage in den Mittelpunkt stellten, wie es gelingen kann, die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und einer unabhängigen Gerichtsbarkeit im Bewusstsein der Menschen stärker zu verankern.
1. Tag: Podiumsdiskussionen und Wettbewerb:
Verstehen und Verteidigen des Rechtsstaats
In zwei Diskussionsrunden wurde der Begriff des Rechtsstaats aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet:
1. Verstehen des Rechtsstaats
Grund- und Menschenrechts-Experte Manfred Nowak, Journalistin Renate Graber und Andrea Titz, ehemalige Mediensprecherin des Oberlandesgerichts München und Co-Vorsitzende des Deutschen Richterbundes, sprachen darüber, wie Rechtsstaatlichkeit erlebt, erklärt und vermittelt werden kann.
2. Verteidigen des Rechtsstaats
Anschließend diskutierten Persönlichkeiten aus österreichischer und europäischer Politik – Maria Berger, Dieter Böhmdorfer, Othmar Karas, Johannes Rauch und Matthias Strolz (alphabetisch) – über Wege, den Rechtsstaat zu schützen und zu stärken.
Wettbewerb #deshalbrechtsstaat
Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die Siegerinnen und Sieger des Schüler:innen Wettbewerbs „Deshalb Rechtsstaat“ geehrt. Aufgabe war die Gestaltung eines kreativen Beitrags für neue Medien zum Thema Rechtsstaatlichkeit.
Ausgezeichnet wurden:
- 1. Platz: HTL1 Linz
- 2. Platz: BRG Purkersdorf
- 3. Platz: Stiftsgymnasium Melk
2. Tag: Festakt und Festvortrag
Beim Festakt am zweiten Veranstaltungstag begrüßte die Vereinigung zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Öffentlichkeit und Justiz – darunter die Bundesministerin für Justiz, der Präsident des Obersten Gerichtshofs, der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs sowie zahlreiche Präsidentinnen und Präsidenten der Oberlandesgerichte, des Bundesverwaltungsgerichts, der Landesgerichte und der Landesverwaltungsgerichte.
In seiner Festansprache mahnte der Präsident der Vereinigung, Gernot Kanduth, angesichts weltweiter Angriffe auf rechtsstaatliche Institutionen und wachsender Desinformation, die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und richterlicher Unabhängigkeit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und durch klare Kommunikation, politische Verantwortung und Bildungsarbeit nachhaltig zu schützen.
Den Festvortrag hielt Genetik-Professor Markus Hengstschläger, der aus Sicht seines Fachgebiets ein lebendiges und humorvolles Bild österreichischer Denk- und Handlungsmuster zeichnete, insbesondere im Umgang mit Herausforderungen und ungewisser Zukunft.
Musikalische Umrandung
Die Veranstaltung wurde musikalisch von Tonč Feinig & The Little Big Band begleitet.
Weiterführende Berichterstattung
Eine ausführliche Nachlese zum Tag der Richterinnen und Richter 2025 wird in der ersten Ausgabe der Richterzeitung im Jahr 2026 erscheinen.